Rachel - (UN)PERFEKT Session #59
Erzähl uns doch nochmal kurz (oder lang) von dir!
Ich bin ein Mensch, der gerne in die Tiefe geht – feinfühlig, naturverbunden und reflektiert. Manchmal vielleicht ein bisschen zu reflektiert, denn mein Kopf ist oft ziemlich aktiv. Die Schönheit der Natur berührt mich immer wieder – so sehr, dass ich ständig mein Handy zücke, um sie festzuhalten.
Ich liebe Zeichnungen, Wortspiele und guten Humor. Kreativität begleitet mich genauso wie mein Hang zum Gemütlichen. Ich kann ungeduldig sein – aber wenn ich mir etwas in den Kopf setze, ziehe ich es durch. Auch wenn’s manchmal ein bisschen Anlauf braucht.
Das türkisfarbene Meer in den Kykladen ist mein Sehnsuchtsort, Wasser mein Element. Mit mir kann man stundenlang reden, schweigen, meditieren – und ja, auch mal einen heben (nicht alles gleichzeitig). Ich liebe gutes Essen, besonders wenn ich bekocht werde, und probiere gerne Neues aus.
Ich bin unterwegs – auf der Reise zu mir selbst.
Hast du ein Lieblingszitat?
Früher sagte ich immer: Leben und leben lassen!
Was hat dich dazu gebracht, eine (UN)PERFEKT Session zu machen?
Ich habe deine Werbung gesehen – und mich sofort angesprochen gefühlt. Das Thema hat direkt etwas in mir berührt, weil ich es so gut kenne. Von mir gibt es kaum Fotos. Und wenn doch, mochte ich mich darauf meist nicht besonders.
Aber ich werde nicht jünger – und bin gerade auf einer tiefen Reise zu mir selbst, zu all den Themen rund um Selbstwert, Selbstliebe und Selbstbewusstsein. Ich habe beschlossen: Es ist an der Zeit, die Lebensjahre, die noch vor mir liegen, mit mehr Freundschaft mir selbst gegenüber zu füllen.
Letztes Jahr kam der Gedanke: So eine Fotosession möchte ich mir zu meinem runden Geburtstag schenken. Nicht als äußeres Event, sondern als inneren Schritt – hin zu mehr Annahme, Sichtbarkeit und einem neuen Blick auf mich selbst.
Was ist DEIN unperfekt?
Ja – und genau das war das Schöne daran.
Ich war wirklich aufgeregt. Ich hatte kaum geschlafen und zitterte innerlich noch zu Beginn der Session. Es war ein großes Sich-Zeigen, ein Schritt raus aus meiner Komfortzone.
Aber mit der Zeit wurde ich ruhiger. Ich begann, mich einzulassen. Langsam kam sogar Freude am Posen auf – etwas, das ich so gar nicht von mir kannte. Ich fühlte mich immer wohler, und irgendwann war da ein echtes, warmes Da-sein.
Unperfekt war für mich echt.
Wie wohl fühlst du dich prinzipiell in deinem Körper? Hast du manchmal das Gefühl auf gewisse Sachen zu verzichten, eben weil du denkst, nicht gut genug zu sein?
Ich schaue meinen Körper nicht sehr oft bewusst an. Es gibt Bereiche, die ich mag und die ich erst begonnen habe zu mögen – zum Beispiel mein Dekolleté, das ich früher oft versteckt habe.
Natürlich sehe ich auch die Zeichen der Zeit, Dinge, die nicht dem Ideal entsprechen. Besonders mit meinem Bauch und meinen Beinen habe ich noch Mühe und spüre noch Scham. Trotzdem habe ich mich nie davon abhalten lassen, ins Meer zu springen oder Badeferien zu lieben. Die Sehnsucht nach dem Wasser, nach Abkühlung und Auftanken war immer stärker als jede Unsicherheit über meinen Körper.
Ich glaube, in meinem Inneren habe ich ein Bild von mir, das nicht immer mit dem äußeren übereinstimmt. Deshalb hat mich der Anblick auf Fotos früher oft erschreckt
Wenn du jetzt an die entstandenen Fotos denkst: wie hast du dich gefühlt, als du sie zum ersten Mal gesehen hast? Und wen siehst du auf den Bildern?
Als ich die Fotos zum ersten Mal gesehen habe, war ich absolut begeistert. Es gab Bilder, bei denen ich dachte: Wow, das bin ich! — ich habe mir wirklich gefallen. Mir gefiel es besonders, mich so sinnlich zu sehen und diesen Teil von mir zeigen zu dürfen. Auch meine humorvolle Seite (lachen) fand ihren Platz aber auf keine verkrampfte weise. Natürlich gab es auch Fotos von meinen Beinen und meinem Bauch, die ich noch nicht annehmen kann. Aber es waren sehr viele, sehr gute Fotos dabei und die Auswahl fiel echt schwer bis zum Schluss.
Erzähl uns: hat sich durch das Fotoshooting, durch die Beschäftigung mit dir selbst, etwas verändert?
Das weiss ich ehrlich gesagt noch nicht genau. Aber ich freue mich schon wie Bolle darauf, die Fotos meiner Schwester und meinen Freunden zu zeigen, denen ich vom Shooting erzählt habe. Ich bin wirklich gespannt, was es mit mir macht, wenn ich die Bilder zu Hause aufstelle oder aufhänge und mich so öfter sehen kann.
Stell dir vor du könntest 10, 20, 30 Jahre zurückreisen und dich selbst besuchen. Was würdest du deinem jüngeren Ich mit auf den Weg geben?
Ich müsste wohl noch etwas weiter zurückreisen, um meinem jüngeren Ich rechtzeitig zu sagen: Hör auf mit den Diäten! Du bist toll, genau so, wie du bist.
Ich würde ihr erklären, wie wichtig es ist, diese innere Einstellung zu finden – dass es nichts bringt, sich ständig am Aussen zu orientieren oder sich mit anderen zu vergleichen. denn vieles, was in den Medien gezeigt wird, ist retuschiert und die Ausnahme, nicht die Regel. Ich hätte ihr so viel zu erzählen: Wie wertvoll es ist, sich selbst in den Arm zu nehmen, sich zu lieben und sich selbst halten zu können.
Du bist in Ordnung, genau so, wie du bist – curvy, schön und echt.
Wann hast du in deinem Leben deine Komfortzone verlassen?
Zum Beispiel, als ich nach meiner Ausbildung zur Hochbauzeichnerin für drei Monate ins Ausland zum Sprachaufenthalt ging. Ich war die Erste in meiner Familie, die so etwas machte, und konnte außer „Good Morning“ kaum Englisch.
Später habe ich mich durchgerungen, ein Studium zu beginnen, die Aufnahmeprüfung an der Schule für Gestaltung und Kunst bestanden und statt Innenarchitektur ein Studium zur Grafikdesignerin gewählt – ganz gegen den ursprünglichen Plan.
Ein Auslandssemester in Leipzig bedeutete wieder: fremde Stadt, fremde Leute, fremde Kultur. Auch alleine in den Urlaub zu fahren war für mich damals ein großer Schritt, besonders nach der Enttäuschung, dass meine Freundin nicht mitkam.
Der Umzug für mein Studium in einen anderen Kanton, erst in eine WG an einem weniger schönen Ort, dann in meine eigene Wohnung, war nochmal ein großer Schritt.
Ich bin alleine nach Florida und Brasilien gereist, was für mich enorme Herausforderungen waren. Auch viele Reisen auf verschiedene griechische Inseln bedeuteten immer wieder neu orientieren und aus der Komfortzone gehen.
Vor etwa 15 Jahren war ich bei einer Firmengründung dabei – ein mutiges Abenteuer.
Emotionale Komfortzonen habe ich verlassen, als ich meine Gefühle meinem Gegenüber gestanden habe – das war echte Achterbahnfahrt.
Auch die (UN)PERFEKT Fotosession war für mich ein Moment des Mutig-Seins.
Und dann die ganz kleinen Momente, wie frühmorgens nackt im Meer zu baden oder auf einer Bühne zu stehen und etwas zu sagen – das war für mich oft richtig Hölle, aber ich habe es geschafft.
Was würdest du jemandem erzählen, der die sich auch für eine (UN)PERFEKT Session interessiert?
Ich würde sagen: Trau dich! Es ist eine ganz besondere Erfahrung. Du musst keine perfekte Version von dir mitbringen – genau darum geht es ja. Ja, es kann anfangs aufregend und vielleicht sogar ein bisschen beängstigend sein, aber mit der Zeit wird daraus Spass.
Julia hat mich mit der Frisur und dem natürlichen Make-up sofort so gut gespürt und getroffen. Und Konstantin hat mich super durch das Posen geführt – ich habe mich wirklich gut aufgehoben gefühlt.
Es war schon spannend, mal so im Fokus zu stehen und so viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Insgesamt eine tolle Möglichkeit die eigene Einzigartigkeit sichtbar zu machen. Ich kann es nur empfehlen!
Die (UN)PERFEKT Sessions:
Wir fotografieren 100 Menschen, die von sich selbst behaupten unperfekt zu sein.
Und zeigen ihnen Bilder von sich, die sie sich gar nicht vorstellen können.
DU WILLST MEHR ERFAHREN?
Dann trag dich hier ein und ich sende dir alle Infos: